SIEGFRIED LENZ - SCHWEIGEMINUTE




Autor Siegfried Lenz
Titel Schweigeminute
Genre Novelle
Erstausgabe 2008
Belletristik-Charts
Einstieg 21.05.2008
Anzahl Wochen 17
Höchstposition 2
Taschenbücher-Charts
Einstieg 18.11.2009
Anzahl Wochen 1
Höchstposition 10
Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt. Siegfried Lenz hat eine Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht.

AUSGABEN

Verlag Hoffmann Und Campe
Erscheinung 05.05.2008
ISBN 978-3-455-04284-9
 

BÜCHER VON SIEGFRIED LENZ


REVIEWS

Durchschnittliche Bewertung: 5 (Reviews: 2)

*****
Erst gegen Schluss habe ich gemerkt, was mit dem Titel "Schweigeminute" gemeint ist: Christian, der sich in seine Englischlehrerin verliebt hat, kann anlässlich ihrer Gedenkstunde (sie ist nach einem Unfall gestorben) nichts sagen, weil sonst zu viel Unausgesprochenes erläutert werden müsste. So bleibt ihre Liebesgeschichte zwischen Realität, Wunschtraum und Zukunftsperspektive hängen. Vielleicht ist es ganz gut, dass die beiden die gemeinsame Zukunft nicht planen mussten und so auch den Alltag nicht erlebten.
Gut gefallen haben mir die zarten Begegnungen zwischen Stella (der Lehrerin) und Christian, z. B. am Strand oder auf dem Kopfkissen. Da wird nicht zu viel verraten, aber als Leser spürt man, was "läuft".
Irritiert haben mich die dauernden Wechsel in der Anrede: Einmal nennt er sie Stella (oder "du") und kurz darauf spricht er sie mit "Sie" an. Ebenfalls sparen können hätte Lenz mit den vielen Schilderungen auf den Booten. Natürlich spielt die Geschichte an der Ostsee, aber eigentlich geht es ja um die (verbotene? gefährliche? geheime? zukunftslose?) Liebe zwischen einer Lehrerin und ihrem Schüler.

Fazit: Für mich ist dieses neueste Werk von Siegfried Lenz eine kleine, feine Liebesgeschichte (eine Novelle eben) mit Tiefgang. 5++
*****
Dem Fazit kann ich mich anreihen. Diese 2008 erstmals veröffentlichte Novelle ist eine in seiner Art sehr zu Herzen gehende Liebesgeschichte aus Lenz' Spätwerk; meiner Meinung nach eines seiner besten Bücher. Die Szenerie wird so beschrieben, dass man sich alles sehr plastisch vorstellen kann.

Zu erwähnen ist noch, dass die gedanklichen Sprünge zwischen Christians Gegenwart - der sehr packend geschilderten Schweigeminute in der Aula mit quatschmachenden Fünftklässlern und weinendem Kunsterzieher, aber da möchte ich nicht zu viel verraten - und der Erinnerung an Begegnungen mit Stella Petersen und auch ihrem Vater sowie das Beiwohnen ihrer Bestattung aus gewisser Ferne sehr authentisch sind und nicht aufgesetzt wirken. Der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 81 Jahre alte, 2014 verstorbene Siegfried Lenz war ein grandioser Erzähler, sicherlich einer der Besten unserer Zeit.

Ich habe die "Schweigeminute" als Bestandteil einer edlen Kassette aus dem Hoffmann & Campe Verlag, zu der auch die "Deutschstunde" und die masurischen Geschichten gehören. Sehr empfehlenswert.

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