***** Dieser Roman wird an unserer Schule gerade in der 7. Klasse gelesen und alles in allem halte ich das auch für eine gute Wahl: Die Kapitel lassen sich gut runterlesen, der Schreibstil ist leicht und unbeschwert, ohne allzu aufgesetzt "jugendlich" wirken zu wollen oder zu seicht daherzukommen und die zahlreichen Illustrationen sind echte Hingucker und bereichern die Lektüre visuell sehr.
Mir persönlich hat an diesem Buch vor allem gefallen, mit wie viel Fingerspitzengefühl das Kernthema Mobbing in seinen oft subtilen Erscheinungsformen und Folgen für die Betroffenen angegangen wurde. So fand ich es etwa - im positiven Sinne - kaum erträglich, wie überrascht der Erzähler eines Tages ist, als ihm bewusst wird, wie viele Skills der gemobbte Jörg beim Leben in der Natur und beim Wandern hat, hatte er doch bis dato nur immer das Zerrbild des "Opfers" von ihm, das "andersiger" ist und über das man mit Häme herzuziehen hat - einfach weil Jörg IST. Das und einige andere Situationen konnte ich sehr gut nachempfinden.
Als kleine Kritikpunkte habe ich anzubringen, dass ich die Geschichte an sich als nicht so sonderlich mitreißend empfunden habe und auch nicht glaube, dass bei der Lektüre allzu viele Jugendliche in atemloser Spannung "pageturnen". Und der Schreibstil erscheint mir an einigen Stellen dann auch als etwas zu verschnörkelt in seinen gedanklichen Girlanden, die manchmal gedreht werden, auch wenn das Buch überwiegend durchaus zielgruppengerecht geschrieben wurde. |