*** Markus Babbel spricht sehr klare Worte, aber mir fehlt dabei oft seine Empathie. Ich höre viel Härte, wenig Einfühlung. Besonders sein Umgang mit Michael Preetz, seinem damaligen Manager bei Hertha, wirkt auf mich respektlos und unnötig verletzend.
Seine fußballerische Karriere wird natürlich ausführlich beschrieben, aber wirklich spannend fand ich das nicht. Ich kenne seine Stationen, seine Titel, seine Erfolge – Neues habe ich darüber kaum erfahren. Stattdessen bleibt vieles bei Abrechnungen mit Trainern und Verantwortlichen.
Babbel hat schwere Schicksalsschläge erlebt, etwa den Suizid seines Bruders zu Beginn seiner Profikarriere. Das ist tragisch und verdient Mitgefühl. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass er selbst mit mehr Sensibilität auf andere Menschen blickt.
Auch sein Umgang mit Beziehungen und Frauen wirkt im Buch eher selbstbezogen als reflektiert. Insgesamt habe ich über den Menschen Markus Babbel weniger erfahren, als ich gehofft hatte.
Mein Fazit: Ein Buch mit bekannten Fakten, aber ohne echte Tiefe. Ich bin enttäuscht. Bezeichnend, dass er im Anschluss ein Buch mit Mario Basler veröffentlicht hat. |