HEINRICH BÖLL - DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM




Autor Heinrich Böll
Titel Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Genre Belletristik
Erstausgabe 1974
Taschenbücher-Charts
Einstieg 28.08.2016
Anzahl Wochen 1
Höchstposition 18
Am Abend vor Weiberfastnacht des Jahres 1974 veranstaltet Else Woltersheim, die Patentante der Titelfigur, eine Karnevalsfeier, zu der auch die Haushälterin Katharina Blum und der wegen Raubmordes gesuchte Ludwig Götten kommen. Die 27 Jahre alte Katharina verliebt sich Hals über Kopf in den Schwerverbrecher, ohne über seine Taten Bescheid zu wissen. Sie verbringen gemeinsam die Nacht in Katharinas Wohnung. Am nächsten Tag stürmt die Polizei, die Götten beschattet hat, das Gebäude. Als diese nur die junge Frau vorfindet, weil Katharina in der Nacht Götten zur Flucht verholfen hatte, wird sie vom ermittelnden Kriminalkommissar Beizmenne vorläufig festgenommen.

Die ZEITUNG behandelt den Fall ausführlich und stellt Katharina als Schwerverbrecherin und „Flittchen“ hin. Sie behauptet, Katharina habe Götten schon seit Jahren gekannt, und bringt gelegentliche „Herrenbesuche“ mit Treffen und Orgien von Kriminellen in Verbindung. In Recherchen und Interviews verdreht die Zeitung Aussagen von Personen, die Katharina kennen, um sie in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Die zu Beginn gesellschaftlich voll integrierte junge Frau wird so zu einer verachteten Außenseiterin.

Als Werner Tötges, ein Journalist der ZEITUNG, Katharinas kranke Mutter im Krankenhaus aufsucht und sie mit den Vorwürfen gegen ihre Tochter konfrontiert, stirbt diese in der Nacht. In der gleichen Nacht wird auch Ludwig Götten im Landhaus von Alois Sträubleder, zu dem Katharina einen Schlüssel hatte, verhaftet. Katharina Blum verzweifelt an ihrer Situation und ermordet bei einem Interview den Journalisten Tötges. Nach stundenlangem Herumirren in der Stadt stellt sie sich selbst und wird verhaftet.

AUSGABEN

Verlag Dtv
Erscheinung 1974
ISBN 3423011505
 

BÜCHER VON HEINRICH BÖLL


REVIEWS

Durchschnittliche Bewertung: 5.2 (Reviews: 5)

*****
allein für die story ist eine gute note bereits gesetzt. was hier überspitzt von heinrich böll dargestellt wird, ist realität... traurig, wie eine unschuldige, junge frau von einem blatt dermassen kaputt gemacht wird.
bölls schreibstil ist sehr komplex, doch finde ich vor allem gewisse teile, in welchen er sich mit dem leser verbündet, interessant und auch hinweisend im bezug auf die "ZEITUNG". oft schimmert seine persönliche einstellungen gegenüber dem erwähnten blatt durch, ganz gewieft natürlich die offensichtliche anspielung auf seite fünf.

*****
Hat mir damals auch ziemlich gefallen. Heute? Weiss ich nicht, aber aktuell bleibt die Thematik alleweil. 5+
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Eines von Bölls bedeutensten Werken beschreibt eigentlich exakt die Hysterie jener Zeit und die (leider) zeitlose Sensationsgier der Boulevardpresse.
*****
Haben wir letztes Jahr als Deutschlektüre gelesen. Und diese Lektüre zeigt, dass man in deutsch auch interessante Literatur für Schüler durchgehen kann. Muss es denn immer Theodor Storm oder Schiller sein, die den normalen Schüler meist eh nur langweilen?!

In diesem Buch werden die teilweise perversen Methoden der Boulevardpresse dargestellt, mit denen BILD und Konsorten an Sensationsstorys kommen. Dabei schrecken sie offensichtlich nicht davor zurück, Leben von Menschen zu zerstören. Sehr bewegend.
*****
Eigentlich ein Muss für Literaturinteressierte. Die Handlung ist beklemmend und der reporterhafte Schreibstil ein Fall für sich - das muss man auf sich wirken lassen. Aber der Stoff an sich ist essentiell. Mir hat vor einigen Jahren die Aufführung der Badischen Landesbühne hierzu gut gefallen.

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