****** Dieser Roman wurde mir im Rahmen eines kleinen Buchclubs "auferlegt" - und ich war bisher selten dankbarer über einen Impuls von außen als in diesem Fall. Ich habe die im Laufe der Handlung immer stärker der Welt entrückten Yong-Hye sehr gerne begleitet und empfand die Sprache von Han Kang als durchgehend poetisch und zugleich wunderbar "einfach" gehalten, sodass sich die Lektüre nie wie "Arbeit" angefühlt hat. Die geschilderten Geschehnisse wiederum mögen einige Leser als weitaus größere Zumutung empfinden, ich aber bin allen drei Kapiteln in ihrer jeweils eigenen Schilderung des Unzumutbarkeitsempfindens eines den Normen und Konventionen angepassten Lebens mit großer Faszination gefolgt und habe zudem oft mit latentem Unbehagen festgestellt, dass es mir gar nicht mal so schwerfiel, Yong-Hye bei aller zunehmenden Wunderlichkeit in ihrem Denken und Handeln nachzuvollziehen.
Insofern ist das für mich ein fesselndes und sehr beeindruckendes Buch, nach dessen Lektüre ich den Literaturnobelpreis für Han Kang sehr gut nachvollziehen kann. |