**** Frank Schmidt ist seit 2007 Trainer des 1. FC Heidenheim – eine fast unglaubliche Kontinuität im heutigen Fußball. Das Buch ist wie ein Live-Ticker aufgebaut, passend zu seiner Art: direkt, schnörkellos, ohne klassische Kapitel. Es folgt der Chronologie des Vereins bis zum Bundesliga-Aufstieg.
Einerseits gibt das Buch sehr gute Einblicke in die Abläufe einer Mannschaft, in Trainingsarbeit, Drucksituationen und die Mechanik eines Vereins. Andererseits war es mir insgesamt zu sehr „Trainer-Buch“ und zu wenig Biografie. Ich hätte gerne mehr über den Menschen Frank Schmidt erfahren – über seine Familie, seine Geschichte, seine Persönlichkeit. Das bleibt weitgehend außen vor.
Drei Stellen haben mich besonders berührt: 1. Dieter Renner wird erwähnt – der Stiefvater meines Freundes Marco C. Ich habe Marco sofort die Seite geschickt. 2. Auf Seite 45 schreibt Schmidt über Werner Fuchs, seinen Trainer in Aachen, der zwei Spieltage vor dem Aufstieg beim Waldlauf starb. Dieses Ereignis kam vor wenigen Wochen bei ZwWdF, weil Aachen eine Statue von Fuchs vorm eingeweiht hat. 3. Überraschend war für mich der Name Horst Blankenburg. Den habe ich seit 40 oder 50 Jahren nicht mehr gehört. Ein Spieler meiner ersten Fußballjahre Mitte der 70er. Dass Blankenburg aus Heidenheim stammt, wusste ich nicht. Mein Fazit: Ein gutes Buch, aber keine tiefe Biografie. Zu viel Fußball, zu wenig Frank Schmidt selbst. |